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Kriminalität in Rio de Janeiro
 Ein großes Problem Rio de Janeiros ist die hohe Kriminalität. In Rio besteht ein großes Gefälle zwischen Arm und Reich, und es gibt viele Favelas, die aufgrund der unkontrollierbaren Expansion der Stadt entstanden. Einige Favelas sind gesetzlose Zonen, die von Drogen- und Kriminellenbanden beherrscht werden. Laut dem brasilianischen Justizministerium lag die Mordrate in Rio de Janeiro im Jahr 2002 bei erschreckenden 60 Personen pro 100.000 Einwohner. Diese Zahl ist jedoch bis 2006 nach der letzten Erhebung von Anfang 2008 deutlich auf 37,7 Personen zurückgegangen, und befindet sich somit auf einem Niveau vergleichbar mit dem von Washington DC (FBI Uniform Crime Reports) - allerdings noch immer 3,5 mal höher als in Hannover, der Stadt mit der höchsten Mordrate Deutschlands. Die durchschnittliche Mordrate in Brasilien liegt bei 25,2 Personen pro 100.000 Einwohner - in vielen brasilianischen Metropolen gibt es Probleme. Sie ist im vergangenen Jahrzehnt jedoch erstmals seit Beginn der Veröffentlichung staatlicher Mordstatistiken im Jahr 1979 nicht angestiegen, sondern gesunken, es gebe eine “nie da gewesene Tendenz zum Rückgang”. Am meisten sind die Männer (94 %) und davon die Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren (44 %) betroffen. Etwa 80 % der Morde treffen Bandenmitglieder aus dem Drogenmilieu selbst. 80 % der Tötungsdelikte werden durch Schusswaffen verursacht. Rund 90 % der Schusswaffen befinden sich in Privatbesitz (davon etwa die Hälfte illegal), die restlichen zehn Prozent gehören dem Staat. In Rio de Janeiro gibt es besondere Probleme mit organisierten Drogen- und Kriminellensyndikaten. Schätzungen der brasilianischen Polizei zufolge wird das Comando Vermelho (CV) in Rio von etwa 5.000 teilweise mit Kriegswaffen ausgerüsteten Kriminellen gebildet. Es kontrolliert etwa 40 % des lokalen Marktes für illegale Drogen. Weitere kriminelle Vereinigungen sind Terçeiro Comando (TC) und Amigos dos Amigos (ADA). Sie bekämpfen sich gegenseitig mit enormer Brutalität. Ein großes Problem ist auch die bis in hohe Ränge hinaufreichende Korruption innerhalb der brasilianischen Polizei, und deren teilweise brutales Vorgehen in den Favelas. Die Elite-Spezialeinheit der Militärpolizei Namens “BOPE” (Batalhão de Operações Policiais Especiais) ist seit 1991 für riskante Einsätze im Bundesstaat Rio de Janeiro zuständig, und gilt als die effizienteste Spezialeinheit Südamerikas. Die Beraterfirma des ehemaligen Bürgermeister New Yorks, Rudolph Giuliani, soll nun die Sicherheit in Rio weiter verbessern - nicht nur wegen WM 2014 und Olympia 2016. Giuliani war von 1994 bis Ende 2001 Bürgermeister von New York, und senkte die enorme Kriminalitäts- und Mordrate mit einer Null-Toleranz-Politik um mehr als die Hälfte. Wenn man Sicherheitshinweise beachtet, ist man in touristisch interessanten Gegenden (Zentrum, sowie die Südzone mit ihren Stränden und Vierteln wie Botafogo, Urca, Copacabana, Ipanema, Leblon, Lagoa und Jardim Botânico) zumindest tagsüber recht sicher, und hat in der Regel - wenn es denn dazu kommt - nicht mehr als den Verlust von Wertsachen zu fürchten. Schwerkriminalität findet hauptsächlich in Favelas im Norden Rios statt. Kleinere Favelas gibt es jedoch auch in der Nähe des Zentrums, und an wenigen Hängen der Südzone. Es muss allerdings gesagt werden, dass die Sicherheitslage für Touristen von Reisenden und Auswanderern kontrovers diskutiert wird. Manche raten von einem Besuch Rios ab, manche sagen, dass man sehr vorsichtig sein muss, und manche haben keine großen Bedenken - “in den touristischen Vierteln nicht gefährlicher als Berlin, Brüssel oder London”.
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