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Bevölkerung von Rio de Janeiro
 Cariocas “Carioca” (in der Mehrzahl “Cariocas”) ist die Bezeichnung für die Einwohner Rio de Janeiros. Das Wort entstammt der Sprache der dort ehemals ansässigen Indios (Tupi) und bedeutet so viel wie “Die, die in weißen Häusern wohnen”. Gemeint waren damit die weiß getünchten Häuser der Portugiesen. Laut einer Studie von Robert Levine, die im American Scientist Magazines veröffentlicht wurde, werden Cariocas als überaus freundlich beschrieben. Der Artikel stellt die Cariocas wie folgt dar: “Es gibt ein wichtiges Wort in Brasilien: liebenswert (simpático). Es nimmt Bezug zu einer Reihe von erwünschten sozialen Eigenschaften - freundlich, nett, verträglich und gutmütig. Eine Person, die lustig ist und mit der man gerne umgeht... Brasilianer, und besonders die Cariocas von Rio de Janeiro wollen liebenswert sein. Und sich Mühe geben, um einem Fremden zu helfen, ist Teil dieses Bildes.” Einwohnerentwicklung Mit der Entwicklung von Industrie und Handel in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine umfangreiche Zuwanderung von Menschen aus dem Landesinneren, vor allem aus dem Norden: Rio de Janeiro dehnte sich stark aus. Die Einwohnerzahl hat sich seit Mitte der 1950er Jahre auf heute sechs Millionen verdoppelt. Das Wachstum geht jedoch nicht nur auf Zuwanderung, sondern auch auf Geburtenüberschuss zurück. Die Bevölkerungszunahme in Rio findet kaum noch im eigentlichen Stadtgebiet statt, sondern im Vorortgürtel, in dem sich rasant wachsende Ansiedlungen gebildet haben. Bemerkenswert ist der junge Altersdurchschnitt (mehr als 25 % der Bevölkerung sind jünger als 18 Jahre, über 87 % sind unter 60). Die ehemals sehr hohe Geburtenrate hat sich heute jedoch bei 2,3 Kindern pro Frau eingependelt. Brasilien gehört somit weder zu den Ländern mit einem explosionsartigen Bevölkerungswachstum, noch zu den alternden Ländern mit einer auf Dauer “aussterbenden” Bevölkerung, ist also jung und leicht wachsend. Das Hauptproblem der Metropole sind die dramatischen Unterschiede der sozialen Situation der Bewohner. Die Wohngebiete im Süden, an und nahe den Stränden an der Atlantikküste, wie Copacabana, Ipanema und Leblon, sind überaus reich, während an den Hängen der Hügel von Rio de Janeiro die aus ärmlichen Behausungen bestehenden Gebiete, die als Favelas bekannt sind, liegen. In der Rocinha, der größten Favela von Südamerika, leben allein 200.000 Einwohner. Ein schwer zu lösendes Problem vieler Favelas ist die quasi staatsfreie Zonenbildung durch bewaffnete Kräfte der Drogenmafia. Es gibt jedoch erfolgreiche Ansätze, Favelas zu sanieren. Die gesellschaftliche Situation Rio de Janeiros ist geprägt durch die für Brasilien typische große Toleranz zwischen den verschiedenen Ethnien. Ethnische Zusammensetzung Nach Angaben des IBGE von 2007 leben in der Metropolregion Rio de Janeiro 11,714 Millionen Menschen. Die Bevölkerung mit weißer Hautfarbe hatte daran mit 53% den größten Anteil, gefolgt von Menschen mit brauner Hautfarbe (Pardo) mit einem Anteil von 34% Prozent und den Afrobrasilianern (12%). Brasilianer gelten als ethnisch stark gemischt - bestes Beispiel sind farbige Menschen mit blonden Haaren und blauen Augen. Die meisten Einwohner Rio de Janeiros sind portugiesischer Abstammung. Brasilianer mit brauner Hautfarbe haben meist weiße und schwarze Eltern, welche meist portugiesischer sowie afrikanischer Herkunft sind. Weitere ethnische Gruppen sind deutsch-, italienisch-, spanisch-, arabisch-, jüdisch- sowie asiatischstämmig (die meisten davon sind koreanischer und japanischer Herkunft). Religionen Die Religionsverteilung der Bevölkerung laut Volkszählung 2000: 64% Römisch-Katholische Kirche 18% Protestantische Kirche 13% nicht religiös 4% Spiritismus 0,5% Umbanda 0,5% Judentum
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